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Ziele und Kennzahlen, Strategie und zielorientierter Haushalt: Unterstützungsleistungen des ifV


Umsetzungsleistungen zur Arbeit mit Zielen und Kennzahlen

Die Kommunen des Landes Nordrhein-Westfalen haben zum 1.1.2009 das Haushalts- und Rech­nungs­wesen gemäß den Vorgaben des Neuen Kommu­nalen Finanzmanagements umgestellt. Die Doppik ist somit Realität geworden, kommunale Bilanzen liegen vor, die ersten Jahresabschlüsse sind oder werden erstellt.

Die Arbeit mit dem NKF-Produkthaushalt ist aller­dings nicht allein geprägt durch die doppische Buchhaltung. Über die Abbildung des Ressourcen­verbrauchs hinaus sollen durch die Haushalts­reform die Steuerungsverfahren zwischen Rat/Kreistag und Verwaltung neu justiert werden. Einen Ansatzpunkt hierzu bilden die Ziele und Kennzahlen zur Zielerreichung, welche nach § 4, Abs. 2 und § 12 GemHVO NRW in den Teilplänen ausgewiesen werden sollen. Diese sollen sowohl zur Planung, Bewirtschaftung und auch Rechen­schaftslegung zu einem integralen Bestandteil des Zusammenwirkens von Politik und Verwaltung werden und neben den Ressourcen- und Zah­lungsdaten ein plastisches Bild der Zielsetzungen und Entscheidungslagen liefern.

Entsprechend der gesetzlichen Soll-Bestimmung sind ein Großteil der Kommunen auf dem Wege, Ziele beziehungsweise Kennzahlen zu erheben und im Produkthaushalt auszuweisen. Zumeist wird dabei das Verfahren gewählt, dass die Produtkverantwortlichen gebeten werden, Ziele und Kennzahlen für die einzelnen Produkte zu benennen. Die Ergebnisse werden im Haushalt dokumentiert, sodass die Anzahl der durchschnitt­lich im Haushalt ausgewiesenen Kennzahlen merk­lich ansteigt. Oftmals handelt es sich hierbei um verschiedene Leistungsmengen. In der Nach­betrachtung ergeben sich häufig folgende Frage­stellungen:

  • Sind die ausgewiesenen Kennzahlen tat­sächlich eine relevante Information für Steuerungsentscheidungen?
  • Wird durch die ausgewiesenen Kennzahlen die Transparenz und Aussagekraft des kommunalen Haushalts tatsächlich erhöht?
  • Welchen Informationsgehalt besitzen Kenn­zahlen, deren Werte in der Vergan­genheit wie auch in den kommenden Jahren nahezu unverändert geblieben sind oder bleiben, wie zum Beispiel die Länge des Straßen- und Wegenetzes in km?
  • Wie kann mit den gefundenen im Zusam­menwirken von Rat und Verwaltung ergeb­nis- beziehungsweise wirkungsorientiert gesteuert werden?

Der ifV-Ansatz zum Produkthaushalt

Der Kennzahleneinsatz im NKF-Haushalt sollte nicht dazu führen, dass eine umfangreiche, bloß erweiterte Haushaltsstatistik aufgebaut wird. Entscheidend erscheint, dass nicht markante Fallzahlen ausgewählt werden, welche zur Transparenz und Steuerung aller­dings nur geringe Ansatzpunkte bieten. Viel­mehr sollte mit einer Handvoll von Zusatz­informationen im Haushalt und Berichtswesen ein halbwegs rundes Bild der bereits gefällten oder anstehenden Steuerungs­entscheidungen entstehen, sodass das Verständnis der Haus­haltszahlen und dahinter liegenden Entschei­dungen erhöht werden kann. Hierbei sind vor allem diejenigen Informationen als Kennzahlen von Bedeutung, deren Werte sich jetzt und im Folgenden verändern (werden). Das ist Hauptinhalt einer „Produktstrategie“.

Das ifV-Konzept sieht auch zunächst eine dezentrale Erhebung von Produktstrategien vor. In dieser Weise kann eine Bestand­saufnahme strategischer Positionierungen stattfinden – schließlich ist es keinesfalls so, dass in Kommunalverwaltungen bisher ziellos gear­beitet wurde. Auf Grundlage der erhobenen Produktstrategien kann ein strategisches Programm erarbeitet werden, welches dann im Weiteren von den politischen Gremien zu beraten und schließlich in abgestimmter Fassung zu beschließen ist. In dieser Weise wird der Rat bzw. Kreistag seinem strate­gischen Führungsanspruch gerecht, zugleich werden aber die erforderlichen Fachinforma­tionen und Limitierungen aus Reihen der Fachleute in der Verwaltung in den Positionie­rungsprozess mit eingebracht. Es wird weiter vermieden, dass in strategischen Papieren „Luftschlösser“ skizziert werden, deren Umset­zung – gerade auch in der derzeitigen Haus­haltslage – scheitern muss.

Ein entscheidender Punkt in diesem Prozess liegt tatsächlich in der Formulierung aussage­kräftiger Produktstrategien durch die Produkt­verantwortlichen, ggf. im Zusammenwirken mit den Fachdezernenten oder dem Verwaltungs­vorstand als Ganzem. Hierfür setzt das ifV bevorzugt eine Interviewtechnik ein, in der zunächst die relevanten Steuerungsrichtungen und –informationen umrissen werden und nachfolgend in aussagekräftige Kennzahlen zu Zielen und Leistungen übersetzt werden. Die Ergebnisse bilden sowohl den Kern der im Haushalt auszuweisenden Produktstrategie wie auch einen ersten Prototyp für Wirkungsziele und darauf bezogene Maßnahmen in einem strategischen Programm.

Das ifV hat inzwischen in einer großen Zahl  von verschiedensten Projekten sowie Einzel­veranstaltungen mit Verwaltungsleitungen, Produktverantwortlichen verschiedenster Professionen sowie zentralen und dezentralen Controlling- und Steuerungs­kräften weit­gehende Erfahrungen gemacht, welche die Eignung dieses Instrumentes zur Neujustie­rung der Haushaltssteuerung auf Basis von NKF belegen.


 

Leistungen des ifV zur Erhebung von steuerungsrelevanten Zielen und Kennzahlen sowie zur Umsetzung eines Produkthaushalts

Einzelveranstaltungen und Workshops:

  • Schulungen/Workshops für Rats- bzw. Kreistagsmitglieder zum Kennzahleneinsatz sowie zum zielorientierten Haushalt
  • Schulungen bzw. (Impuls-)Workshops für die Verwaltungsführung
  • Schulungen bzw. (Impuls-)Workshops für interne Multiplikatoren, d. h. Mitarbeiter/-innen aus Kämmerei und Organisation, zentrale und dezentrale Controller/-innen
  • Schulungen mit Workshop-Elementen für Führungskräfte / Produktverantwortliche

Systematische Beratungsleistungen zur Umsetzung

  • Interviewführung und Dokumentation zur Erhebung von individuellen Produktstrategien
  • Konzeptionelle Beratung zur Gestaltung von Ziel- und Kennzahlensystemen und zum Berichtswesen
  • Entwurf von strategischen Programmen und Moderation bei der Abstimmung mit Rat bzw. Kreistag
  • Unterstützung im Projektmanagement zur Erstellung des zielorientierten Haushalts
  • Entwurf von Haushaltssicherungskonzepten auf Basis strategischer Programme und kennzahlengestützter Erhebungen

 


Das ifV-Team:

Dr. Ansgar Strätling
Ralf Nigmann
Simone Linneweber
Christoph Heck
Dr. Hanspeter Knirsch

 

Bei Anfragen, Anregungen und Rück­fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Dr. Ansgar Strätling
Institut für Verwaltungswissenschaften gGmbH
Bereichsleitung Öffentliche Einrichtungen
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen

Tel.: 0209/167-1234
Fax: 0209/167-1221

e-Mail: ansgar.straetling@ifv.de



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