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Führung und IT in der Kommunalverwaltung oder: „Was jede kommunale Führungskraft über IT und die Möglichkeiten der Digitalisierung von Verwaltungsarbeit wissen muss“


- ein Modulangebot des ifV (2,5 Tage)

Die Gesamtausschreibung des Kursmoduls finden Sie hier (als pdf herunterladen).

Hier können online Anmeldungen erfolgen.

 

„Die Zukunft der Kommunalverwaltung ist digital!“ – noch digitaler als bisher. Es gibt nur wenige Veränderungs‑ oder Modernisierungsprojekte in der Kommunalverwaltung, die keine deutliche - IT-Grundlage haben, die nicht erhebliche Anforderungen an die DV-technische Unterstützung, aber auch an die Organisation, stellen. Somit wird fast ausschließlich eine organisatorische Änderung von verändertem und zumeist vermehrter Digitalisierung und steigendem Technikeinsatz begleitet.

Was aber beutet dies für das Rollenverständnis der Führungskräfte in Kommunalverwaltungen? Wird hier auch Führungsarbeit automatisiert und die Rolle der Führungskraft entlastet? Der im Zuge der Föderalismusreform gebildete IT-Planungsrat hat hierzu bereits in seiner 15. Sitzung am 16. Oktober 2014 erste Überlegungen und Ansätze vorgelegt. Demnach sei „der Einsatz der IT in der Verwaltung (E-Government) angemessen zu planen, zu gestalten und zu begleiten“, was als „bedeutendes Handlungsfeld für Fach- und Führungskräfte in der Verwaltung“ verstanden wird.[1] Durch das Onlinezugangsgesetz des Bundes vom 14.08.2017
sind Bund und Länder verpflichtet, bis spätestens zum Ablauf des fünften auf die Verkündung dieses Gesetzes folgenden Kalenderjahres ihre Verwaltungsleistungen auch elektronisch über Verwaltungsportale anzubieten. Eine weitere Verpflichtung besteht darin, dass die Verwaltungsportale miteinander zu einem Portalverbund zu verknüpfen sind. Mit Entscheidung 2016/27vom 22.3.2017 hat der IT Planungsrat die Standardisierungsmaßnahmen, die für einen Portalverbund notwendig sind, aufgenommen und dazu eine Bund/Länder-Arbeitsgruppe eingerichtet. Da die Kommunen Teil der Länder sind, betrifft auch sie diese gesetzliche Verpflichtung zur Entwicklung von E-Government-Services.  

Das heißt mit Blick auf die originäre Führungsverantwortung von Führungskräften, dass Einsatz, Weiterentwicklung und Aktualität von digitaler Unterstützung -nicht auf fachliche IT-Stellen innerhalb oder außerhalb der Verwaltung weiterdelegiert werden kann. Die Führungskraft muss vielmehr die sachgerechte digitale Unterstützung der Arbeitsprozesse -  als Teil  der  Gesamtverantwortung auffassen und dieser Anforderung an Führung und Leitung gerecht werden können. Mit Blick auf die Kompetenzprofile in wird vom IT-Planungsrat abgeleitet, Führungskräften müsse „bewusst sein, dass auch der Einsatz der IT Teil Ihrer Aufgabe ist, ein geeignetes Umfeld für die Tätigkeiten der Mitarbeiter zu schaffen und Potenziale für die Weiterentwicklung des Fachbereichs zu nutzen“.[2]

Hierfür erscheint ein Grundverständnis der Funktionalität und des Zusammenwirkens des oftmals als „Black Box“ wahrgenommenen IT-Gesamtsystems genauso erforderlich wie auch eine klare Orientierung zu Chancen und Potenzialen, aber auch Risiken vermehrt digitaler  Verfahrensweisen. Hinzu kommt natürlich auch die Verantwortung für die Prozessgestaltung durch fortlaufende Geschäftsprozessoptimierung als Teil von Geschäftsprozessmanagement.

Nicht zuletzt – ist ein Einblick in die Thematik „Datensicherheit und Datenschutz“ unumgänglich, um über die formellen Regelungen des behördlichen Datenschutzes hinaus eine Verantwortung für Daten- und Informationssicherheit wahrnehmen zu können. Von der Datenhalten wie auch dem Umgang im Mailing oder auch der Nutzung von Internet-Ressourcen.

Diese Thematiken sind mit Blick auf die Einzelkomponenten der Führungsverantwortung zu erschließen, sei es Personal- und Organisationsverantwortung, wie auch Fach- und Ressourcenverantwortung, wobei mit Ressourcen nicht allein im engeren haushalterischen Sinne Ermächtigungen angesprochen sind, sondern auch die Verantwortung für überlassene Arbeitsmittel.

 

Das Kursprogramm des ifV:
„Führung und – Digitalisierung  in der Kommunalverwaltung“

Zur dauerhaften, zukunftsgerichteten und qualitätssicheren Erfüllung dieser Aufgaben bietet das Institut für Verwaltungswissenschaften einen 2,5-Tages-Kurs „Führung und – Digitalisierung  in der Kommunalverwaltung“ an. Das Programm richtet sich an derzeitige und zukünftige Führungskräfte aller Ebenen und aller Fachbereiche in Kommunalverwaltungen.

Das Institut für Verwaltungswissenschaften hat mit einer Arbeitsgruppe ein praxisorientiertes Kursprogramm über 2,5 Tage konzipiert. Neben IT-spezifischem Grundwissen wird Erfahrungswissen aus der Verwaltungspraxis vermittelt, jeweils mit besonderem Fokus auf die Rolle der Führungskräfte.

Das Programm umfasst folgende Themen:

  • Basiswissen zur Bedeutung und zu Aufgaben der – Digitalisierung  in Kommunalverwaltungen,
  • Grund- und Praxiswissen zum Zusammenwirken von Elementen in der IT-Infrastruktur der Kommunalverwaltung,
  • Grund- und Praxiswissen zum eGovernment, -, des Mailings, sowie Datenbank- und Workflow-Systemen,
  • Grund- und Praxiswissen zum Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit.
  • Orientierungswissen und Rollenreflexion der Führungskräfte im Zusammenwirken der zunehmend digitalen Kommunalverwaltung

Durch diesen Lehrgang sollen die Teilnehmenden die Fähigkeit erlangen, der Führungsaufgabe in der digitalisierten Zukunft gerecht werden zu können.

Der Lehrgang ist als Führungskräfteangebot für eine Sollstärke von 12 Teilnehmenden vorgesehen, um eine intensive Beschäftigung mit der Thematik zu ermöglichen und nach Bedarf auch einen intensiven Austausch zu ermöglichen.



[1] IT-Planungsrat: Maßnahme E-Ausbildung – IT- und E-Government-Ausbildung von Fach- und Führungskräften der Verwaltung, Bericht zur 15. Sitzung des IT-Planungsrates am 16. Oktober 2014 (Stand: 27. August 2014), S. 1, URL: http://www.it-planungsrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/Entscheidungen/15_Sitzung/32_bericht_arbeitsgruppe_e-ausbildung.pdf?__blob=publicationFile&v=2 .

[2] Ebenda.



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