Krankenversicherungsrecht im Jugendamt – Zuständigkeiten, Ansprüche und Kostenübernahme
Seminar-Nr.: 5314 Direkt zur Anmeldung / TermineMitarbeitende, sowie Fach- und Führungskräfte aus Jugendämtern (Wirtschaftliche Jugendhilfe, Verwaltung, Jugendhilfeplanung …)
Krankenversicherungsrecht gehört im Jugendamt zum täglichen Geschäft. Gleichzeitig sorgen Zuständigkeitsfragen und unterschiedliche Versicherungstatbestände immer wieder für Unsicherheit. Wer muss für die Krankenversorgung eines Kindes oder Jugendlichen aufkommen? Wann besteht ein eigener Versicherungsschutz und wann greift die Krankenhilfe nach § 40 SGB VIII? Nicht zuletzt auch berechtigte Fragen der Revisionssicherheit.
Das Seminar vermittelt Ihnen die für die Jugendamtspraxis wesentlichen Sicherheiten des Krankenversicherungsrechts und zeigt, wie typische Fallkonstellationen rechtssicher eingeordnet werden können. Im Mittelpunkt stehen dabei die Schnittstellen zwischen Jugendamt, Krankenkassen und anderen Sozialleistungsträgern.
Behandelt werden unter anderem die Familienversicherung, Pflicht- und freiwillige Versicherung sowie besondere Konstellationen wie die Inhaftierung der Eltern oder die Versicherung unbegleiteter minderjähriger Ausländerinnen und Ausländer. Ebenso geht es um die Leistungspflichten der Krankenkassen, die Auftragsversorgung nach § 40 SGB VIII i. V. m. § 264 SGB V und Möglichkeiten, eine bestehende Auftragsversorgung in einen regulären Versicherungsschutz zu überführen.
Auch die Frage, wie Ansprüche gegenüber Krankenkassen durchgesetzt werden können, einschließlich des Rechtsschutzes vor den Sozialgerichten, wird praxisnah behandelt.
Damit erhalten Sie das notwendige Rüstzeug, um krankenversicherungsrechtliche Fragen in der Jugendamtspraxis sicher zu beurteilen und gegenüber Krankenkassen kompetent aufzutreten.
Inhalte
- Nachrang der Jugendhilfe gegenüber anderen vorrangigen Ansprüchen
- Pflichtversicherung, insbesondere bei (Halb-)Waisenrenten
- Familienversicherung, auch bei Pflegekindern
- Freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung nach § 9 SGB V
- Obligatorische Anschlussversicherung (OAV) nach § 188 Abs. 4 SGB V
- Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung
- Versichertenkarte und ihre Bedeutung für die Leistungsinanspruchnahme
- Mutterschaftsgeld, Elterngeld und Elternzeit
- Krankenversorgung nach § 264 SGB V – Grundsätze und Voraussetzungen
- Krankenbehandlung bei unbegleiteten minderjährigen Ausländerinnen und Ausländern (UMA) sowie Möglichkeiten einer regulären Krankenversicherung
- Umfang der Krankenhilfe nach § 40 SGB VIII und die Übernahme von Behandlungskosten, die von der gesetzlichen Krankenversicherung abgelehnt werden
- Zuzahlungen und Eigenanteile im Rahmen der Krankenversorgung
- Leistungen für volljährige Unionsbürgerinnen und Unionsbürger nach § 6 SGB VIII unter Berücksichtigung des Freizügigkeitsrechts
- Auslandsbezug und Sachleistungsaushilfe
- Haushaltshilfe als Leistung der Krankenversicherung
- Erstattungsansprüche zwischen den beteiligten Leistungsträgern
- Haftung von Betreuerinnen und Betreuern
Termine & Durchführungen
| Tag | Datum | Uhrzeit | Ort | Dozent(en) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 16.03.2027 | 09:00 – 16:00 | Online | Jan-Hendrik Pfeiffer |
| 2 | 17.03.2027 | 09:00 – 16:00 | Online | Jan-Hendrik Pfeiffer |
Diese Fortbildung ist gemäß § 4 Nr. 21 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Der angegebene Preis ist der Endpreis.
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