J.9 - Klima- und Klimafolgenmanagement
Die Entsiegelung von Flächen / Kommunale Entsiegelungskonzepte
Zielgruppe
Mitarbeiter/-innen kommunaler Grünflächen-, Umwelt-, und Planungsämter
Beschreibung
Die zahlreichen befestigten Flächen in den Innenstädten und Ortskernen sind häufig Ursache für vielfältige Probleme. Durch die Entsiegelung des Bodens ergeben sich aus stadtklimatischer Sicht positive Effekte. So wird die Regenwasserversickerung wird verbessert, was sich auch im Fall eines Starkregenereignisses positiv auswirkt. Der Boden kann dann, wie ein Schwamm, mehr Wasser aufnehmen, die Kanalisation wird entlastet und somit das Risiko von Überschwemmungen vermindert. Außerdem bieten entsiegelte Flächen die Möglichkeit zur temporären Regenwasserspeicherung und fördern die Grundwasserneubildung. Darüber hinaus tragen entsiegelte Oberflächen zur Kühlung der Umgebungstemperatur bei, da sie weniger Wärme abstrahlen als versiegelte Flächen und damit die Auswirkungen des städtischen Wärmeinseleffektes reduzieren.
Auf entsiegelten Flächen können neue Grünstrukturen wie Bäume oder Sträucher gepflanzt werden und neue Entlastungsräume entstehen. Bäume spielen darüber hinaus eine bedeutende Rolle, da sie das Mikroklima positiv beeinflussen und Schatten spenden. Mithilfe von Verdunstung kühlen sie die Umgebung ab und senken dadurch die gefühlte Umgebungstemperatur. Außerdem können Bäume die Schadstoffe in der Luft reduzieren und die Luftqualität verbessern, was wiederum positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Weniger Hitzestress wirkt sich vor allem im Sommer positiv auf das Wohlbefinden aus, besonders auch im Hinblick auf vulnerable Personengruppen (alte, besonders junge und kranke Menschen). Weiterhin wird der Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Insekten durch entsiegelte Flächen vergrößert, dies fördert die Biodiversität auch in urbanen Räumen.
Entsiegelungsmaßnahmen machen Städte und Gemeinden gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels lebenswerter und gleichzeitig resilienter. Für kommunale Entsiegelungskonzepte und deren Umsetzung existieren zudem Fördermöglichkeiten.
Inhalt
- Ermittlung von Arealen mit dem höchsten Versiegelungsgrad
- Fachliche Analyse des möglichen Entsiegelungspotentials: Vollentsiegelung, Teilentsiegelung, Funktionale Entsiegelung
- Einbeziehung von privaten Flächen - Bürgerbeteiligung/Öffentlichkeitsarbeit
- Möglichkeiten zur Wiederherstellung von Bodenfunktionen
- Vorschläge zu Organisationsstrukturen für die Durchführung der Maßnahmen und zum dauerhaften Monitoring, bzw. zur Evaluation nach Umsetzung von Maßnahmen
- Datenbasis und Verfahren zur Erfassung von befestigten Flächen / GIS-basierte Versiegelungskataster
Im Praxisseminar werden anhand von Beispielen unterschiedliche Herangehensweisen und deren Potentiale aufgezeigt.
Seminar-Nummer
S-6812
Ort
online
online
Referenten
Bernd Mende
Entgelt
€ 290,00
Uhrzeit
09:00 - 16:00 Uhr
Termin
16.07.2026